Die Deutsche Eisenbahngeschichte und der Schrottplatz
 
 
 
 
 

Bahngeschichtlich bedeutende Fahrzeuge, Eisenbahngeschichte

Die Bahn AG fürchtet den Wettbewerb so sehr, dass sie nicht einmal bereit zu sein scheint, einzelne gute Altfahrzeuge an Eisenbahn-Vereine abzugeben, deren Ziel es ist ein fahrtüchtiges Fahrzeug aus historischen Gründen zu erhalten und nicht der Bahn AG damit Konkurenz zu machen.
Wichtige Exponate der deutschen Eisenbahngeschichte sind hier in Gefahr, unwiederbringlich im Schrott verloren zu gehen (z.B. 103er Intercity-Loks oder 216'er Dieselloks). Der Begriff der Kulturvernichtung in der Technikgeschichte dürfte hier durchaus passend sein. Eine ganze Epoche (6oer- und 70er-Jahre) an Eisenbahnfahrzeugtechnik droht bei den Museen zukünftig schlicht und ergreifend auszufallen. Das berühmte Einzelexemplar, das die "Bahn AG" von jeder Baureihe an ihr Verkehrsmuseum in Nürnberg weitergibt, hat dann nur noch den Charakter einer "Alibigeschichtspflege".
 
 

Hier 2 Beispiele der "DB-Eisenbahngeschichtspflege":


Rangierdiesellok 360 150, vorgesehene Museumslok für das DB-Museum
Güterzuglok 150 091, Museumslok des DB-Museums

Diese beiden Loks sind bis jetzt die traurigen Alleinvertreter ihrer Baureihen in der Eisenbahnmuseumslandschaft,
in keinem anderen Museum sind diese Baureihen bis jetzt zu finden, sehr schade.

Desweiteren fehlt die Baureihe 361, wie die 360 eine Gattung des V60-Typs gänzlich im Museumsbestand.








Meinem Eindruck nach zeigt die Bahn AG hier ein Blockadeverhalten, welches keinen Bezug zur Realität mehr hat. Sie hat Angst davor, dass bei Abgabe von Einzelfahrzeugen an Museen und Vereine, diese auf Umwegen beider Konkurrenz landen könnten. Dies bestägte mir ein Mitarbeiter der "Bahn AG", Abteilung Fahrzeugeverkauf, in Minden. Eine völlig irrige Angst ! Museen und Vereine erwerben Einzelexemplare von Altfahrzeugen, die überdies nicht immer voll fahrtüchtig sind. Die Konkurrenz der "Bahn AG" benötigt jedoch ganze Flotten an guten Fahrzeugen, um wirklich in den Wettbewerb im Schienenverkehr einteten zu können. Solche Fahrzeugflotten sind bei Museen und Vereinen gewöhnlich nicht vorhanden. Also, wozu solche Befürchtungen ?
Hier ein Link zu einem Verein, der sich schon seit einiger Zeit um die museale Erhaltung einer 103er-Intercity-Lok
bemüht: www.club103.de Eine nette Seite, die ich bei meinen Recherchen im Internet fand.
Ausserdem gibt's hier die Geschichte der Baureihe 103.

Anmerkung: Die Baureihe 103 wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2002 ihr Einsatzende haben und das, obwohl viele Loks dieser Baureihe erst in den Jahren 2003, 2004 bzw 2005 die nächste Hauptuntersuchung anstehen haben, also bis noch lange fahren könnten. Hier ist also mit einer "baldigen Verschrottung" lange vor Fristablauf zu rechnen, darum muss hier bald etwas getan werden.
 

Dabei gibt es gute Gründe, die die Ängste der Bahn AG vor einer Abgabe von 103ern an Museen und Vereine absurd erscheinen lassen:

1.Die 103 besitzt keine Wendezugsteuerung, in der heutigen Logistik des Personenzugverkehrs ein absolutes Unding.

2.Die 103 besitzt ein elektrisches Antriebssystem, welches heutzutage als technisch veraltet und unwirtschaftlich gilt.

3.Die 103 ist durch den schweren Intercity-Zugdienst der 80er- und 90er-Jahre, der permanent bis an die Grenzen der technischen
Leistungsreserven der 103 gefahren wurde, an ihrem technischen Nutzungsende im Regelverkehr angelangt.
Welcher Konkurrent der "Bahn AG" (z.B. Connex) will eine solche Maschine ?

4.Bei der Abgabe an Museen und Vereine geht es um Einzelexemplare zur Geschichtspflege. Ein Konkurrent der "Bahn AG" benötigt jedoch ganze Fahrzeugflotten, um ein konkurrierendes Schnellzugnetz aufzubauen. Sollte er auf "Umwegen" an eine einzelne 103er kommen, nutzt ihm diese Einzellok gar nichts.

Hat man bei der "Bahn AG" darüber schonmal nachgedacht ? Mir scheint, nicht.

Die Baureihe 103:

Wer kennt sie nicht, die Paradelok, das Aushängeschild der einstigen Deutschen Bundesbahn ?
Und jetzt sollen die Bestände dieser schönen Maschine bis auf einen Minirestbestand von noch nicht mal einer handvoll Maschinen, gnadenlos wegverschrottet werden, wie aktuelle Vermutungen besagen.

Jedes noch so perfekt und werbewirksam seitens der "Deutschen Bahn AG" arrangierte "103er-Abschiedsfest" wird von diesem Makel, den einzig und allein die "Bahn AG" zu verantworten hat, überschattet sein.
Am sinnvollsten dürfte es sein, die verantwortlichen Manager, die diese "Totalverschrottung" angeordnet haben, öffentlich UND namentlich zur Diskussion über ihre Beschlüsse aufzufordern !

Man beachte desweiteren den folgenden, fundamentalen Widerspruch:
Die "Bahn AG" selbst betrachtet die Baureihe 103 als "legendäre Lok der Bahngeschichte", so jedenfalls immer wieder der Originalwortlaut in Bahnpublikationen.
Auf der anderen aber soll die 103er bis auf ganz wenige "Alibiexemplare" wegverschrottet werden.
Das lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass die "Bahn AG" die Kette der "inhaltlichen Widersprüche", die das Firmenbild irgendwie permanent prägen, um eine weitere Variante "bereichert".
 

Geschichtspflege beschränkt sich nicht darauf, dass man eine geringstmögliche Anzahl an Exemplaren in irgendwelchen Museen wegschliesst, oder sich, im Falle der "Bahn AG" auf das eine Alibiexemplar im bahneigenen Nürnberger Verkehrsmuseum beschränkt.
Nein, Geschichte muss auch im Blickfeld der Öffentlichkeit präsent sein, und das geht am Besten, der Erfahrung nach, über Vereine, Museen und Liebhaber, die regelmässig öffentlich auftreten.
Geschichte lebendig zu erhalten ist keine Aufgabe von nur einer Institution alleine (in diesem Fall das DB-Museum in Nürnberg), nein, lebendige Geschichte existiert erst durch die breitgefächerte Beteiligung interessierter engagierter Personen und Institutionen.
Wenn das mit der Verschrotterei seitens der DB so weitergeht, wird es in 20 Jahren in den Museen ziemlich düster aussehen, was die derzeit in Ausmusterung stehenden Fahrzeugbaureihen angeht, Baureihen, welche die Verkehrsgeschichte Deutschlands in der Nachkriegs-, Wirtschaftswunder- und Wiedervereinigungszeit massgeblich "am Bahnsteig und auf der Bahnstrecke" mitgeprägt haben.

In der Ausmusterung stehen derzeit folgende Baureihen:
Eloks: Baureihen 103, 150, 110, 140, 141
Grossdieselloks: Baureihe 215, 216, 219/229
Kleindieselloks: Baureihe 212, 204 etc. (V100 West&Ost)
Grossrangierloks: Baureihen 360, 361, 345, 346 etc.
Kleinrangierloks: Baureihen 332, sowie teilweise 333, 335
 

Allein der historische Fahrzeugbestand des Nürnberger Verkehrsmuseums weisst bei Schienenfahrzeugen, die dereinst eine hohe Bedeutung besassen, durchaus mehrere erhaltene Exemplare auf, wie z.B. die Schnellzugdiesellok  Baureihe 220 (ex. V 200)
Wenn man da noch die Exemplare dazuzählt, die sich in Händen von Vereinen, Museen und Liebhabern befinden, ergibt sich schnell ein Vielfaches davon.
 


(Quelle: Deutsche Bundesbahn)

Interessanterweise ist in einer Zeitschrift zum Thema "Abschied von der 103"  zu lesen, dass der Schwedischen Staatsbahn Reisezugfahrzeuge in Form von Waggons un Loks der Baureihe 103 seitens der Bahn AG zum Kauf angeboten wurde. Desweiteren wurden kürzlich Waggons nach Kuba verkauft.

Warum bietet die Bahn AG im Ausland ihre Gebrauchtfahrzeuge zum Kauf an, legt aber in Deutschland den Interessierten jeden erdenklichen Knüppel und Steine in den Weg ?
Darunter haben ganz besonders die Hobbyeisenbahner, Vereine und Museen zu leiden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, lebendige Bahntechnik der Nachwelt zu erhalten !
Von der Verkaufsabteilung für Gebrauchtfahrzeuge der DB in Minden werden die Eisenbahnliebhaber dann ausgebremst; durch das Offerieren von
überteuerten Angeboten bei Anfragen zwecks Erwerb gebrauchter Fahrzeuge. Hier werden regelrechte "Mondpreise" verlangt, wie es mir ein Eisenbahnfreund mitteilte.
Diese Angebote haben für mich und andere Eisenbahnfreunde den Charakter von "Abwimmelangeboten".
Die Erfahrung, welche Eisenbahnfreunde gemacht haben, welche z.B. einzelne Gebrauchtfahrzeuge zur musealen Erhaltung erwerben wollten und dann Angebote zu "Mondpreisen" bekamen, möchte ich mit einem Beispiel untermauern:
 
 
 


Eine Vertreterin der Baureihe 345/346 in Originalfarben.

(Quelle:www.cargo-loks.de)

Im Dezember 2001 erreichte mich die Email eines Eisenbahnfreundes, der von der "Bahn AG" eine Rangierdiesellok der Baureihe 345 erwerben wollte.
Zweck des Erwerbs sollte die museale Erhaltung der Lok beim Lausitzer Dampflokclub sein. 
Er bekam auch ein Angebot der "Bahn AG":
Eine Lok der gewünschten Baureihe für 90 000 DM, aber nicht fahrtüchtig. 
Was soll ein aktiver Museumsbahnbetrieb  mit einer nicht fahrtüchtigen Lok ? 
Und auch noch zu diesem Preis ?
Ein absolutes "Wucherangebot", so sein sinngemässer Wortlaut.
Dabei verschrottet die "Bahn AG" derzeit in grosser Zahl fahrtüchtige Loks dieser Baureihe, das sie durch "Mora C" im Rangierbetrieb überflüssig wurden. Zu sehen beispielsweise bei IMM-Dueck Gmbh in Menteroda-Rockensußra. 
Den Rest der Email, der die jetzige persönliche Meinung des Eisenbahnfreundes über diese "Bahn AG" wiedergibt, zitiere ich hier besser nicht. Nur soviel, die "Bahn AG" hat es mal wieder geschaft, sich einem engagierten Eisenbahnfreund, der sich bis dato der Bahn sehr verbunden fühlte, von der "komplizierten" Seite zu zeigen.


Ich führte dazu auch ein interessantes Gespräch mit einem Mitarbeiter der DB-Verkaufsstelle für Gebrauchtfahrzeuge in Minden. Er teilte mir mit,
dass der Verkaufspreis eines Gebrauchtschienenfahrzeugs auf 3/4 des sogenannten "Wiederbeschaffungswerts" kalkuliert wird und nicht der
tatsächliche Zeitwert/Buchwert. Wie kann es dann sein, dass die Mitteldeutsche Eisenbahngesellschaft (MEG) 229er-Grossdieselloks zum regulären Fahrbetrieb für den Restbuchwert von 100 000 DM erhält (so schrieb es der Eisenbahnkurier), der Museumsbahnverein ohne Konkurenzabsichten gegenüber der DB hingegen für eine nicht mal fahrtüchtige Rangierlok 90 000 DM hinblättern soll ? Ja, die MEG gehört zum DB-Konzern, da scheinen eben andere Regeln zu gelten.
 

Wie mir anhand eines Fallbeispiels bekannt ist, verweigert die DB wohl auch bei der Baureihe 219 die Kooperationsbereitschaft,
was die Abgabe von Loks an engagierte Museumseisenbahnfreunde angeht. Man sagte mir, die DB habe Angst vor "Konkurenz",
obwohl die Baureihe 219 in ihrem aktuellen Zustand und ihrer technischen Daten/Eigenschaften wohl kaum als "Konkurenzlok"
zu fürchten wäre. Die Baureihe 219 steht kurz vor der Ausmusterung der letzten Exemplare, und die DB stellt sich stur.
Schöne deutsche Eisenbahnwelt !

 
Im Februar 2002 wurden 101 Loks der Baureihe 140 auf das Abstellgleis geschoben. Dazu gehörte auch die 140 248, eine von der äusseren Erscheinung her durchaus museal erhaltenswerte Maschine.
Sie trug die Originallackierung und die ovalen Originallüftergitter.
Die Lok wurde im Sommer 2002 bei Bender verschrottet, mit den anderen 100 abgestellten 140ern.

 

Ergänzend sei vermerkt, dass die DB AG historische Schienenfahrzeuge auf ihrem Netz wohl gar nicht mehr bzw. nur noch eingeschränkt haben will. Man ist der Meinung, historische Schienenfahrzeuge stören das "Image der modernen Bahn". So nachzulesen auf der Internetseite www.elektrolok.de , unter der Rubrik "Baureihen/Baureihe E18". Hat man sowas schon gehört ? Jede andere Firma mit Rang, Namen und Geschichte ist stolz darauf, dass es Liebhaber für ihre Produkte aus allen Epochen gibt. Oder können Sie sich eine Daimler Chrysler AG vorstellen, die keine Mercedes-Limousinen aus vergangenen Jahrzenten auf deutschen Strassen mehr sehen will, weil das das Image ihrer aktuellen Produkte beeinträchtigt ? Das alle Exemplare einer Mercedes-Baureihe bis auf ein Exemplar im Daimler-Benz-Werksmuseum wegverschrottet werden ?
Ganz im Gegenteil, die Firmen sind sogar so stolz auf die Oldiefans, dass sie sogar deren Clubs und Museen sponsern.
Es gibt z.B. Automobilmuseen mit Exponatleihgaben seitens der Autofirmen.
Und was macht die "Bahn AG" ? Will die ihre eigene Geschichte von den Schienen verjagenn ? Überhaupt keine schöne Leistung,
Herr Mehdorn; in der Schule heisst es dazu normal: "Setzen, 6". Muss das sein ?
Sie waren vor ihrem Engagement bei der DB bei der "Heidelberger Druckmaschinen AG" beschäfftigt. Dann müssten Sie wissen, welch lange Tradition diese Firma hat, und wie die daraus hervorgegangenen Produkte heute landauf&landab in allen möglichen Museen präsent sind. Die Bahn ist auch eine Firma mit langer Tradition. Wo kann ich da in 20 oder 30 Jahren in den Eisenbahnmuseen eine lebendige und zahlreiche Bandbreite an Schienenfahrzeug-Baureihen aus der deutschen Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit
sehen ? Bei der derzeitigen Verschrottungspolitik wird das dann bei vielen Fahrzeugtypen Seltenheitswert haben, Schade.

Weiterhin argumentiert die "Bahn AG", der Erhalt historischer Fahrzeuge, museal oder im aktiven Museumsbahnbetrieb, würde sich wirtschaftlich nicht rechnen. Auch hier wird grundfalsch argumentiert.
Gegenfrage: Welches Museum rechnet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ? Nur wenige, wenn überhaupt. Die meisten werden durch die öffentliche Hand, Liebhabern und Firmen finanziert und zur Geschichts- und Imagepflege unterhalten.

Wenn die "Bahn AG" wirklich meint, ihre Geschichte und die damit verbundenen Exponate restlos wegreissen und wegverschrotten zu müssen, dann wird sie so zwangsläufig zum sehlenlosen, geschichtslosen, austauschbaren "Konsumschrott". Jede Blechbüchse von Coca-Cola hat dann mehr Charme und Charakter als dieses privatisierte Schienenverkehrsunternehmen.

Zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn war es nie ein Problem, bei der Ausmusterung von Baureihen an Altfahrzeuge heranzukommen und diese museal der Nachwelt zu erhalten. Die in grossen Stückzahlen, bei vielen Museen und Vereinen, erhaltenen E-Loks der Baureihen E44 und E94, sowie V200er-Dieselloks beweisen dies. Und machen die etwa heute der Bahn AG unerwünschte Konkurenz ? Ich habe seit Ausmusterung der E94er noch keine Privatbahn-E94 mit Güterzug gesehen. Es wird zwar vielfach argumentiert, dass dereinst unkompliziert an Museen abgegebene Fahrzeuge plötzlich bei Konkurenzunternehmen der "Bahn AG" im Regelverkehr auftauchen würden. Die "Loksammlung Falz" in zusammenhang mit Eloks der Baureihe 142 und Adtranz werden hier beispielsweise genannt. Sicher, in den Augen der DB ein "ärgerlicher Vorgang", aber man kann deswegen nicht alle Museen und Vereine "über einen Kamm scheren" und durch die Hürden, welche die DB vor Fahrzeugabgaben setzt, in ihrem Bemühen um Eisenbahngeschichtspflege
regelrecht "die Tür weisen". Das kann so nicht sein !
Wenn man im übrigen einmal die Statistik durchgeht, wieviele gedachte Museumsloks "unerwünschterweise" in Konkurenzhänden landeten, desweiteren durchzählt, wieviele Fahrzeuge sich die Konkurenten der DB inzwischen selbst "ohne Museum" anschafften und anschaffen werden, und wieviele (besser: wie-wenige) museale Fahrzeuge sich noch in den aktiven Betriebsbeständen der DB befinden, dann fällt der "Vertrauensmissbrauch" den hier einige Fahrzeugsammler begingen, satistisch unter "Peanuts", so ärgerlich er auch gewesen sein mag.
Wenn das DB-Museum in Nürnberg nur das obligatorische Einzelexemplar einer Fahrzeugbaureihe erhalten will und dies mit wirtschaftlichen Zwängen begründet, dann kann es doch für die "Bahn AG" doch so schwer nicht sein, auch anderen Interessierten eine reelle Chance zur musealen Erhaltung eines Fahrzeugs zu geben.
Es kann doch nicht sein, dass eine Fahrzeugbaureihe, die über 3-4 Jahrzehnte auf der deutschen Eisenbahn alltagspräsent war,
nun bis auf das eine "DB-Museum"-Exemplar verschwindet, und das wohl nur aus der "Angst seitens der DB" das Fahrzeug könnte einem "Konkurenten im Schienenverkehr" in die Hände fallen.
Jedem richtigen Eisenbahnfreund stehen da die Haare zu Berge ! Und Eisenbahnfreunde sind gewöhnlich mit die treuesten Kunden der Bahn, nur mal nebenbei bemerkt. Desweiteren ist jeder Eisenbahnfreund, der sich mit ganzem Herzen dem "System Schiene" verbunden fühlt, automatisch einer der besten Werbeträger für den Schienenverkehr, und das kostenlos ohne Belastung des Werbeetats der "Deutsche Bahn AG". Ist man sich in der Chefetage der DB noch immer nicht im Klaren, dass man mit der stiefmütterlichen Behandlung der Eisenbahnfreunde einen wichtigen Ast absägt, auf dem man sitzt ?

Wenn die DB "unerwünschte Konkurenz durch die Hintertür der Museen" verhindern will, dann soll sie sich doch bei Fahrzeugverkäufen an Museen ein Vorkaufs-/Rückkaufsrecht vorbehalten, falls das Museum das entsprechende Fahrzeug wieder hergeben will.
Oder das Fahrzeug bleibt DB-Eigentum und geht als Dauer-Leihgabe mit klaren Vorgaben an das Museum.
Dann sind beide Seiten abgesichert, das Museum kann der Nachwelt eine Lok erhalten und die DB ist vor "unerwünschter"
Konkurenz sicher.
Mit der Möglichkeit der Leihgabe erhalten beispielsweise viele Museen wertvolle Exponate, die dabei im Eigentum ihres bisherigen Besitzers verbleiben. In diesem Fall ist in optimaler Weise beiden Seiten gedient.
Es gibt beispielsweise Automobilmuseen, die historisch wertvolle Leihgaben von Automobilherstellern in ihren Beständen haben.

Zusammenfassend gilt es zu festzustellen, dass die Bundesbahn seinerzeits viel mehr für die Geschichtspflege getan hat, sei es durch Eigenarbeit oder durch Kooperation mit Museen oder Vereinen. Sie war der heutigen "Bahn AG " da um Welten voraus, richtig fortschrittlich eben.

Hier ein weiteres, trauriges Beispiel:
Es geht um die Elok 141 133, eine weitgehend im Originalzustand befindliche Lok, die als Museumslok gedacht war und dann doch auf dem Schrottplatz landete, übrigens unter Mitverantwortung der Museumsleute der "Bahn AG".
Auch dies ein, find ich, würdeloses Beispiel, wie Mehdorn's DB AG mit ihrer eigenen Geschichte umgeht.
Aber lesen Sie selbst: Das Schicksal der Elok 141 133
Hier noch ein Portrait der 141 133

NEU: Hier der Lebenslauf der 141 072 und das traurige Ende ! (hat die Deutsche Bahn AG mal wieder "super" bewerkstelligt)

Hier geht's zur Baureihe 141: Homepage der Baureihe 141

Derzeit lackiert DB-Regio sämtliche Betriebsfahrzeuge auf das aktuelle "Verkehrsrot" um. Dabei will man, so der Wortlaut eines Artikels im "Lokmagazin" (Januar 2002) auch keine Rücksicht auf die wenigen Fahrzeuge in "alten Originalfarben" nehmen. Will man hier auf diese Weise die "Museumslok-Debatte" abwürgen ? Welches Gespür für historische Werte hat das Management eigentlich dort ?
Als Beispiel sei hier die Lok 141 248 erwähnt. Sie trug bis ins Jahresende 2001 eine sogenannte "S-Bahn-Versuchslackierung" aus den 70er-Jahren. Wie der Eisenbahnkurier schreibt, machten sich die Leute von DB-Regio in Dortmund Gedanken, "ihre Lok" museal zu erhalten. Auf "Weisung von oben" färt sie jetzt in "verkehrsrot" herum. Wieder eine "Museumslok-Debatte" weniger, und dabei auch die "eigenen Leute ausgebremst", Schade.
 
 

Und noch ein Beispiel der "Bahn AG" zur "Pflege" ihrer Firmengeschichte (die letztendlich die Geschichte des deutschen Eisenbahnwesens ist) lesen Sie hier:
Die traurige Geschichte der 103 109, die eigentlich ins Sächsische Eisenbahnmuseum sollte.
 
 

Wieviel "lebendige und gegenwärtige deutsche Eisenbahngeschichte" will die "Bahn AG" noch verschrotten oder "umlackieren" lassen ? Wieviel präsente deutsche Eisenbahngeschichte soll noch aus der Landschaft verschwinden ?
 

Ich finde,der DB ist da, den Erfahrungen nach, einiges zuzutrauen !

Es gibt mit Sicherheit genug Liebhaber, die sich für diese Lok zwecks musealen Erhalts interessieren !

Sollte einmal einer der jetzigen DB-Manager irgendwann einmal von seinen Enkeln oder Urenkeln gefragt werden, weshalb in den deutschen Eisenbahnmuseen so wenige Fahrzeuge aus der 2.Hälfte des 20sten Jahrunderts stehen, so kann er ihnen antworen:
"Da waren leider unumgängliche Arbeitsbeschaffungsmassnahmen für die deutsche Schrott-& Recylingwirtschaft durchgeführt worden."
  

 Aktuelles Beispiel, die 110 228, stationiert bei DB-Regio in Stuttgart

110 228
Die 110 228 ist eine Vertreterin der Baureihe 110, befindet sich noch weitgehend im Originalzustand, wie dem nebenstehenden Bild leicht zu entnehmen ist.
Sie besitzt z.B. noch die ovalen Lüftergitter und die Griffstange unter den Führerstandfenstern, darüberhinaus die blau-schwarze Lokkastenlackierung mit Silberstreifen.
Eine Erhaltung als Museumslok ist aufgrund dieses Zustandes im Gespräch, eine aus bahngeschichtlichem Blickwinkel  sinnvolle Idee.

Am 17.2.03 erlitt die Lok einen Trafoschaden, welcher zur Abstellung führte. Anschliessend stellte sich die Frage der Reparatur, die noch nicht geklärt ist, zumindest nicht öffentlich. Auch eine Verschrottung dieses schönen Stücks Eisenbahngeschichte wurde schon befürchtet.

Was passiert mit diesem schönen Stück Eisenbahngeschichte,
Herr Mehdorn ???
Kommt auch hier die Abteilung "Rationalisierung Eisenbahngeschichte" zum Zug ?
Die 141 133 und die 141 072 grüssen aus ihren Gräbern ...

Ich frage mich, ob es inn der Führungsebene der Deutschen Bahn AG denn Eisenbahner gibt, die den Schienenverkehr nicht nur als x-beliebigen Beruf oder Karriere-Objekt sehen, sondern das Ganze auch aus innerer Überzeugung am Schienenverkehr betreiben und eigentlich sehen könnten, was hier zerstört und der Nachwelt vorenthalten wird. Ich wünsche mir, dass ein Mitarbeiter der Bahn AG, der auch von Herzen Eisenbahner ist und die notwendigen Kontakte zur Verwaltungsebene hat, diese Zeilen liest und etwas zur Rettung dieses bahngeschichtlich bedeutenden Materials unternimmt.
Darüber hinaus ist massiver Druck der Öffentlichkeit über Presse und Medien auf die Politiker und den Vorstand der Bahn AG notwendig, um schnellstens einen Kurswechsel herbeizuführen. Gibt es denn keine Eisenbahnliebhaber unter den derzeitigen Politikern, die hier etwas tun könnten ?
Sie können hierzu dem Bundeskanzler direkt schreiben: gerhard.schroeder@spd.de
Wenn möglichst viele Schreiben an den Kanzler gehen, besteht auch eine Chance, dass sich etwas bewegt.
In der Politik, vor allem in der Bundespolitik, macht's die Masse, je mehr desto besser.
Desweiteren gibt es bei der Bahn AG eine Abteilung, die für den Verkauf gebrauchter Schienenfahrzeuge zuständig ist.
Fragt mal an, wie es mit den Konditionen zum Erwerb von Fahrzeugen zu musealen Zwecken bestellt ist.

Hier noch ein Hammer (Originalzitat aus LokReport 12/01, Seite 35):
Betr.: Verband Deutscher Museums- und Touristikbahnen (VDMT)
"Ein weiteres Einsatzfeld für den Verband ist derzeit die vom Zentraleinkauf der DB gestartete Kampagne, in der dieser wahllos Eigentümer ehemaliger DB-Fahrzeuge zum Nachweis des korrekten Erwerbs auffordert. Neben verschiedenen Museumsbahnen wurde auch das Werksmuseum eines namhaften Industriebetriebes um einen solchen Nachweis gebeten. Sollte der Nachweis des teils viele Jahre zurückliegenden Verkaufs nicht erbracht werden, so werden wahlweise ein erneuter Verkauf oder juristische Schritte angeboten. Gegen diese im Geschäftsleben unübliche Praxis hat sich der VDMT unter anderem mit einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden Mehdorn zur Wehr gesetzt."
Zitatende
Ich überlasse es Ihnen, liebe(r) Leser(in), sich eine Meinung über diesen "Vorgang" zu bilden.

Ich habe mir vorgenommen, die Verschrottung von musealen Bahnfahrzeugen auch weiterhin, möglichst lückenlos und ausführlich zu dokumentieren, und diese Dokumentation dann als "Denkmal der Vernichtung" für alle Zeiten im Internet fest zu installieren. Die Mitglieder des derzeitigen DB-Managements werden hierbei dann auch nicht unerwähnt bleiben. Es wird dann sachlich korrekt dokumentiert werden, was geschah und wer dafür verantwortlich war.
Soweit meine Planungen.
 
 

gez. Tortes, der Hobbyeisenbahner

Um Missverständnisse zu vermeiden, meine Kritik ist einzig und allein an das DB-Management gerichtet, nicht an die Mitarbeiter der Bahn, die tagtäglich in bewundernswerter Weise diesen riesigen Schienenverkehrsbetrieb am Laufen und damit am Leben erhalten. Ihnen kann man dafür nicht dankbar genug sein.
Wie mir Äusserungen von Eisenbahnern zeigen, sind sich die DB-Mittarbeiter der Zustände in ihrer Firma durchaus bewusst, jetzt muss was dagegen getan werden, wenn diese Zustände so nicht bestehen bleiben sollen.
Bei Betriebseisenbahnern kursiert folgender Satz: "Früher war es eine Ehre, von Beruf Eisenbahner zu sein, heute erzählt man am besten niemandem davon".
Ich finde, hier ist alles wesentliche in einem Satz gesagt, aus und ende !