Die Deutsche Eisenbahngeschichte
und der Schrottplatz
Bahngeschichtlich bedeutende Fahrzeuge, Eisenbahngeschichte
Die Bahn AG
fürchtet den Wettbewerb so sehr, dass sie nicht einmal bereit zu sein
scheint, einzelne gute Altfahrzeuge an Eisenbahn-Vereine abzugeben, deren
Ziel es ist ein fahrtüchtiges Fahrzeug aus historischen Gründen
zu erhalten und nicht der Bahn AG damit Konkurenz zu machen.
Wichtige Exponate
der deutschen Eisenbahngeschichte sind hier in Gefahr, unwiederbringlich
im Schrott verloren zu gehen (z.B. 103er Intercity-Loks oder 216'er Dieselloks).
Der Begriff der Kulturvernichtung in der Technikgeschichte dürfte hier
durchaus passend sein. Eine ganze Epoche (6oer- und 70er-Jahre) an Eisenbahnfahrzeugtechnik
droht bei den Museen zukünftig schlicht und ergreifend auszufallen.
Das berühmte Einzelexemplar, das die "Bahn AG" von jeder Baureihe an
ihr Verkehrsmuseum in Nürnberg weitergibt, hat dann nur noch den Charakter
einer "Alibigeschichtspflege".
Hier 2 Beispiele der "DB-Eisenbahngeschichtspflege":
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Diese beiden Loks sind bis
jetzt die traurigen Alleinvertreter ihrer Baureihen in der Eisenbahnmuseumslandschaft,
in keinem anderen Museum sind
diese Baureihen bis jetzt zu finden, sehr schade.
Desweiteren fehlt die Baureihe 361, wie die 360 eine Gattung des V60-Typs gänzlich im Museumsbestand.
Meinem Eindruck
nach zeigt die Bahn AG hier ein Blockadeverhalten, welches keinen Bezug
zur Realität mehr hat. Sie hat Angst davor, dass bei Abgabe von Einzelfahrzeugen
an Museen und Vereine, diese auf Umwegen beider Konkurrenz landen könnten.
Dies bestägte mir ein Mitarbeiter der "Bahn AG", Abteilung Fahrzeugeverkauf,
in Minden. Eine völlig irrige Angst ! Museen und Vereine erwerben Einzelexemplare
von Altfahrzeugen, die überdies nicht immer voll fahrtüchtig sind.
Die Konkurrenz der "Bahn AG" benötigt jedoch ganze Flotten an guten
Fahrzeugen, um wirklich in den Wettbewerb im Schienenverkehr einteten zu
können. Solche Fahrzeugflotten sind bei Museen und Vereinen gewöhnlich
nicht vorhanden. Also, wozu solche Befürchtungen ?
Hier ein Link
zu einem Verein, der sich schon seit einiger Zeit um die museale Erhaltung
einer 103er-Intercity-Lok
bemüht: www.club103.de Eine nette
Seite, die ich bei meinen Recherchen im Internet fand.
Ausserdem gibt's hier die Geschichte der Baureihe 103.
Anmerkung: Die
Baureihe 103 wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2002 ihr Einsatzende
haben und das, obwohl viele Loks dieser Baureihe erst in den Jahren 2003,
2004 bzw 2005 die nächste Hauptuntersuchung anstehen haben, also bis
noch lange fahren könnten. Hier ist also mit einer "baldigen Verschrottung"
lange vor Fristablauf zu rechnen, darum muss hier bald etwas getan werden.
Dabei gibt es gute Gründe, die die Ängste der Bahn AG vor einer Abgabe von 103ern an Museen und Vereine absurd erscheinen lassen:
1.Die 103 besitzt keine Wendezugsteuerung, in der heutigen Logistik des Personenzugverkehrs ein absolutes Unding.
2.Die 103 besitzt ein elektrisches Antriebssystem, welches heutzutage als technisch veraltet und unwirtschaftlich gilt.
3.Die 103 ist
durch den schweren Intercity-Zugdienst der 80er- und 90er-Jahre, der permanent
bis an die Grenzen der technischen
Leistungsreserven
der 103 gefahren wurde, an ihrem technischen Nutzungsende im Regelverkehr
angelangt.
Welcher Konkurrent
der "Bahn AG" (z.B. Connex) will eine solche Maschine ?
4.Bei der Abgabe an Museen und Vereine geht es um Einzelexemplare zur Geschichtspflege. Ein Konkurrent der "Bahn AG" benötigt jedoch ganze Fahrzeugflotten, um ein konkurrierendes Schnellzugnetz aufzubauen. Sollte er auf "Umwegen" an eine einzelne 103er kommen, nutzt ihm diese Einzellok gar nichts.
Hat man bei der "Bahn AG" darüber schonmal nachgedacht ? Mir scheint, nicht.
Die Baureihe
103:
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Wer kennt sie nicht, die Paradelok, das Aushängeschild
der einstigen Deutschen Bundesbahn ?
Und jetzt sollen die Bestände dieser schönen
Maschine bis auf einen Minirestbestand von noch nicht mal einer handvoll
Maschinen, gnadenlos wegverschrottet werden, wie aktuelle Vermutungen besagen.
Jedes noch so perfekt und werbewirksam seitens der
"Deutschen Bahn AG" arrangierte "103er-Abschiedsfest" wird von diesem Makel,
den einzig und allein die "Bahn AG" zu verantworten hat, überschattet
sein.
Am sinnvollsten dürfte es sein, die verantwortlichen
Manager, die diese "Totalverschrottung" angeordnet haben, öffentlich
UND namentlich zur Diskussion über ihre Beschlüsse aufzufordern
!
Man beachte
desweiteren den folgenden, fundamentalen Widerspruch:
Die "Bahn AG"
selbst betrachtet die Baureihe 103 als "legendäre Lok der Bahngeschichte",
so jedenfalls immer wieder der Originalwortlaut in Bahnpublikationen.
Auf der anderen
aber soll die 103er bis auf ganz wenige "Alibiexemplare" wegverschrottet
werden.
Das lässt
eigentlich nur den Schluss zu, dass die "Bahn AG" die Kette der "inhaltlichen
Widersprüche", die das Firmenbild irgendwie permanent prägen,
um eine weitere Variante "bereichert".
Geschichtspflege beschränkt sich nicht darauf,
dass man eine geringstmögliche Anzahl an Exemplaren in irgendwelchen
Museen wegschliesst, oder sich, im Falle der "Bahn AG" auf das eine Alibiexemplar
im bahneigenen Nürnberger Verkehrsmuseum beschränkt.
Nein, Geschichte muss auch im Blickfeld der Öffentlichkeit
präsent sein, und das geht am Besten, der Erfahrung nach, über
Vereine, Museen und Liebhaber, die regelmässig öffentlich auftreten.
Geschichte lebendig zu erhalten ist keine Aufgabe von
nur einer Institution alleine (in diesem Fall das DB-Museum in Nürnberg),
nein, lebendige Geschichte existiert erst durch die breitgefächerte
Beteiligung interessierter engagierter Personen und Institutionen.
Wenn das mit der Verschrotterei seitens der DB so
weitergeht, wird es in 20 Jahren in den Museen ziemlich düster aussehen,
was die derzeit in Ausmusterung stehenden Fahrzeugbaureihen angeht, Baureihen,
welche die Verkehrsgeschichte Deutschlands in der Nachkriegs-, Wirtschaftswunder-
und Wiedervereinigungszeit massgeblich "am Bahnsteig und auf der Bahnstrecke"
mitgeprägt haben.
In der Ausmusterung stehen derzeit folgende Baureihen:
Eloks: Baureihen 103, 150, 110, 140, 141
Grossdieselloks: Baureihe 215, 216, 219/229
Kleindieselloks: Baureihe 212, 204 etc. (V100 West&Ost)
Grossrangierloks: Baureihen 360, 361, 345, 346 etc.
Kleinrangierloks: Baureihen 332, sowie teilweise 333,
335
Allein der historische Fahrzeugbestand
des Nürnberger Verkehrsmuseums weisst bei Schienenfahrzeugen, die
dereinst eine hohe Bedeutung besassen, durchaus mehrere erhaltene Exemplare
auf, wie z.B. die Schnellzugdiesellok Baureihe 220 (ex. V 200)
Wenn man da noch die Exemplare dazuzählt, die
sich in Händen von Vereinen, Museen und Liebhabern befinden, ergibt
sich schnell ein Vielfaches davon.
(Quelle: Deutsche Bundesbahn) |
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Interessanterweise ist in einer Zeitschrift zum Thema "Abschied von der 103" zu lesen, dass der Schwedischen Staatsbahn Reisezugfahrzeuge in Form von Waggons un Loks der Baureihe 103 seitens der Bahn AG zum Kauf angeboten wurde. Desweiteren wurden kürzlich Waggons nach Kuba verkauft.
Warum bietet
die Bahn AG im Ausland ihre Gebrauchtfahrzeuge zum Kauf an, legt aber in
Deutschland den Interessierten jeden erdenklichen Knüppel und Steine
in den Weg ?
Darunter haben
ganz besonders die Hobbyeisenbahner, Vereine und Museen zu leiden, die es
sich zur Aufgabe gemacht haben, lebendige Bahntechnik der Nachwelt zu erhalten
!
Von der Verkaufsabteilung
für Gebrauchtfahrzeuge der DB in Minden werden die Eisenbahnliebhaber
dann ausgebremst; durch das Offerieren von
überteuerten
Angeboten bei Anfragen zwecks Erwerb gebrauchter Fahrzeuge. Hier werden
regelrechte "Mondpreise" verlangt, wie es mir ein Eisenbahnfreund mitteilte.
Diese Angebote
haben für mich und andere Eisenbahnfreunde den Charakter von "Abwimmelangeboten".
Die Erfahrung,
welche Eisenbahnfreunde gemacht haben, welche z.B. einzelne Gebrauchtfahrzeuge
zur musealen Erhaltung erwerben wollten und dann Angebote zu "Mondpreisen"
bekamen, möchte ich mit einem Beispiel untermauern:
Eine Vertreterin der Baureihe 345/346 in Originalfarben. (Quelle:www.cargo-loks.de) |
Im Dezember 2001 erreichte mich
die Email eines Eisenbahnfreundes, der von der "Bahn AG" eine Rangierdiesellok
der Baureihe 345 erwerben wollte. Zweck des Erwerbs sollte die museale Erhaltung der Lok beim Lausitzer Dampflokclub sein. Er bekam auch ein Angebot der "Bahn AG": Eine Lok der gewünschten Baureihe für 90 000 DM, aber nicht fahrtüchtig. Was soll ein aktiver Museumsbahnbetrieb mit einer nicht fahrtüchtigen Lok ? Und auch noch zu diesem Preis ? Ein absolutes "Wucherangebot", so sein sinngemässer Wortlaut. Dabei verschrottet die "Bahn AG" derzeit in grosser Zahl fahrtüchtige Loks dieser Baureihe, das sie durch "Mora C" im Rangierbetrieb überflüssig wurden. Zu sehen beispielsweise bei IMM-Dueck Gmbh in Menteroda-Rockensußra. Den Rest der Email, der die jetzige persönliche Meinung des Eisenbahnfreundes über diese "Bahn AG" wiedergibt, zitiere ich hier besser nicht. Nur soviel, die "Bahn AG" hat es mal wieder geschaft, sich einem engagierten Eisenbahnfreund, der sich bis dato der Bahn sehr verbunden fühlte, von der "komplizierten" Seite zu zeigen. |
Ich führte
dazu auch ein interessantes Gespräch mit einem Mitarbeiter der DB-Verkaufsstelle
für Gebrauchtfahrzeuge in Minden. Er teilte mir mit,
dass der Verkaufspreis
eines Gebrauchtschienenfahrzeugs auf 3/4 des sogenannten "Wiederbeschaffungswerts"
kalkuliert wird und nicht der
tatsächliche
Zeitwert/Buchwert. Wie kann es dann sein, dass die Mitteldeutsche Eisenbahngesellschaft
(MEG) 229er-Grossdieselloks zum regulären Fahrbetrieb für den
Restbuchwert von 100 000 DM erhält (so schrieb es der Eisenbahnkurier),
der Museumsbahnverein ohne Konkurenzabsichten gegenüber der DB hingegen
für eine nicht mal fahrtüchtige Rangierlok 90 000 DM hinblättern
soll ? Ja, die MEG gehört zum DB-Konzern, da scheinen eben andere Regeln
zu gelten.
Wie mir anhand
eines Fallbeispiels bekannt ist, verweigert die DB wohl auch bei der Baureihe
219 die Kooperationsbereitschaft,
was die Abgabe
von Loks an engagierte Museumseisenbahnfreunde angeht. Man sagte mir,
die DB habe Angst vor "Konkurenz",
obwohl die
Baureihe 219 in ihrem aktuellen Zustand und ihrer technischen Daten/Eigenschaften
wohl kaum als "Konkurenzlok"
zu fürchten
wäre. Die Baureihe 219 steht kurz vor der Ausmusterung der letzten
Exemplare, und die DB stellt sich stur.
Schöne
deutsche Eisenbahnwelt !
| Im Februar 2002 wurden 101 Loks
der Baureihe 140 auf das Abstellgleis geschoben. Dazu gehörte
auch die 140 248, eine von der äusseren Erscheinung her durchaus
museal erhaltenswerte Maschine. Sie trug die Originallackierung und die ovalen Originallüftergitter. Die Lok wurde im Sommer 2002 bei Bender verschrottet, mit den anderen 100 abgestellten 140ern. |
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Ergänzend
sei vermerkt, dass die DB AG historische Schienenfahrzeuge auf ihrem Netz
wohl gar nicht mehr bzw. nur noch eingeschränkt haben will. Man ist
der Meinung, historische Schienenfahrzeuge stören das "Image der modernen
Bahn". So nachzulesen auf der Internetseite www.elektrolok.de , unter
der Rubrik "Baureihen/Baureihe E18". Hat man sowas schon gehört ? Jede
andere Firma mit Rang, Namen und Geschichte ist stolz darauf, dass es Liebhaber
für ihre Produkte aus allen Epochen gibt. Oder können Sie sich
eine Daimler Chrysler AG vorstellen, die keine Mercedes-Limousinen aus vergangenen
Jahrzenten auf deutschen Strassen mehr sehen will, weil das das Image ihrer
aktuellen Produkte beeinträchtigt ? Das alle Exemplare einer Mercedes-Baureihe
bis auf ein Exemplar im Daimler-Benz-Werksmuseum wegverschrottet werden
?
Ganz im Gegenteil,
die Firmen sind sogar so stolz auf die Oldiefans, dass sie sogar deren Clubs
und Museen sponsern.
Es gibt z.B.
Automobilmuseen mit Exponatleihgaben seitens der Autofirmen.
Und was macht
die "Bahn AG" ? Will die ihre eigene Geschichte von den Schienen verjagenn
? Überhaupt keine schöne Leistung,
Herr Mehdorn;
in der Schule heisst es dazu normal: "Setzen, 6". Muss das sein ?
Sie waren vor
ihrem Engagement bei der DB bei der "Heidelberger Druckmaschinen AG" beschäfftigt.
Dann müssten Sie wissen, welch lange Tradition diese Firma hat, und
wie die daraus hervorgegangenen Produkte heute landauf&landab in allen
möglichen Museen präsent sind. Die Bahn ist auch eine Firma mit
langer Tradition. Wo kann ich da in 20 oder 30 Jahren in den Eisenbahnmuseen
eine lebendige und zahlreiche Bandbreite an Schienenfahrzeug-Baureihen aus
der deutschen Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit
sehen ? Bei
der derzeitigen Verschrottungspolitik wird das dann bei vielen Fahrzeugtypen
Seltenheitswert haben, Schade.
Weiterhin
argumentiert die "Bahn AG", der Erhalt historischer Fahrzeuge, museal oder
im aktiven Museumsbahnbetrieb, würde sich wirtschaftlich nicht rechnen.
Auch hier wird grundfalsch argumentiert.
Gegenfrage:
Welches Museum rechnet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ? Nur
wenige, wenn überhaupt. Die meisten werden durch die öffentliche
Hand, Liebhabern und Firmen finanziert und zur Geschichts- und Imagepflege
unterhalten.
Wenn die "Bahn AG" wirklich meint, ihre Geschichte und die damit verbundenen Exponate restlos wegreissen und wegverschrotten zu müssen, dann wird sie so zwangsläufig zum sehlenlosen, geschichtslosen, austauschbaren "Konsumschrott". Jede Blechbüchse von Coca-Cola hat dann mehr Charme und Charakter als dieses privatisierte Schienenverkehrsunternehmen.
Zu Zeiten
der Deutschen Bundesbahn war es nie ein Problem, bei der Ausmusterung von
Baureihen an Altfahrzeuge heranzukommen und diese museal der Nachwelt zu
erhalten. Die in grossen Stückzahlen, bei vielen Museen und Vereinen,
erhaltenen E-Loks der Baureihen E44 und E94, sowie V200er-Dieselloks beweisen
dies. Und machen die etwa heute der Bahn AG unerwünschte Konkurenz
? Ich habe seit Ausmusterung der E94er noch keine Privatbahn-E94 mit Güterzug
gesehen. Es wird zwar vielfach argumentiert, dass dereinst unkompliziert
an Museen abgegebene Fahrzeuge plötzlich bei Konkurenzunternehmen der
"Bahn AG" im Regelverkehr auftauchen würden. Die "Loksammlung Falz"
in zusammenhang mit Eloks der Baureihe 142 und Adtranz werden hier beispielsweise
genannt. Sicher, in den Augen der DB ein "ärgerlicher Vorgang", aber
man kann deswegen nicht alle Museen und Vereine "über einen Kamm scheren"
und durch die Hürden, welche die DB vor Fahrzeugabgaben setzt, in ihrem
Bemühen um Eisenbahngeschichtspflege
regelrecht
"die Tür weisen". Das kann so nicht sein !
Wenn man im
übrigen einmal die Statistik durchgeht, wieviele gedachte Museumsloks
"unerwünschterweise" in Konkurenzhänden landeten, desweiteren
durchzählt, wieviele Fahrzeuge sich die Konkurenten der DB inzwischen
selbst "ohne Museum" anschafften und anschaffen werden, und wieviele (besser:
wie-wenige) museale Fahrzeuge sich noch in den aktiven Betriebsbeständen
der DB befinden, dann fällt der "Vertrauensmissbrauch" den hier einige
Fahrzeugsammler begingen, satistisch unter "Peanuts", so ärgerlich
er auch gewesen sein mag.
Wenn das DB-Museum
in Nürnberg nur das obligatorische Einzelexemplar einer Fahrzeugbaureihe
erhalten will und dies mit wirtschaftlichen Zwängen begründet,
dann kann es doch für die "Bahn AG" doch so schwer nicht sein, auch
anderen Interessierten eine reelle Chance zur musealen Erhaltung eines Fahrzeugs
zu geben.
Es kann doch
nicht sein, dass eine Fahrzeugbaureihe, die über 3-4 Jahrzehnte auf
der deutschen Eisenbahn alltagspräsent war,
nun bis auf
das eine "DB-Museum"-Exemplar verschwindet, und das wohl nur aus der "Angst
seitens der DB" das Fahrzeug könnte einem "Konkurenten im Schienenverkehr"
in die Hände fallen.
Jedem richtigen
Eisenbahnfreund stehen da die Haare zu Berge ! Und Eisenbahnfreunde sind
gewöhnlich mit die treuesten Kunden der Bahn, nur mal nebenbei bemerkt.
Desweiteren ist jeder Eisenbahnfreund, der sich mit ganzem Herzen dem "System
Schiene" verbunden fühlt, automatisch einer der besten Werbeträger
für den Schienenverkehr, und das kostenlos ohne Belastung des Werbeetats
der "Deutsche Bahn AG". Ist man sich in der Chefetage der DB noch immer
nicht im Klaren, dass man mit der stiefmütterlichen Behandlung der Eisenbahnfreunde
einen wichtigen Ast absägt, auf dem man sitzt ?
Wenn die
DB "unerwünschte Konkurenz durch die Hintertür der Museen" verhindern
will, dann soll sie sich doch bei Fahrzeugverkäufen an Museen ein Vorkaufs-/Rückkaufsrecht
vorbehalten, falls das Museum das entsprechende Fahrzeug wieder hergeben
will.
Oder das Fahrzeug
bleibt DB-Eigentum und geht als Dauer-Leihgabe mit klaren Vorgaben an das
Museum.
Dann sind beide
Seiten abgesichert, das Museum kann der Nachwelt eine Lok erhalten und die
DB ist vor "unerwünschter"
Konkurenz sicher.
Mit der Möglichkeit
der Leihgabe erhalten beispielsweise viele Museen wertvolle Exponate, die
dabei im Eigentum ihres bisherigen Besitzers verbleiben. In diesem Fall
ist in optimaler Weise beiden Seiten gedient.
Es gibt beispielsweise
Automobilmuseen, die historisch wertvolle Leihgaben von Automobilherstellern
in ihren Beständen haben.
Zusammenfassend gilt es zu festzustellen, dass die Bundesbahn seinerzeits viel mehr für die Geschichtspflege getan hat, sei es durch Eigenarbeit oder durch Kooperation mit Museen oder Vereinen. Sie war der heutigen "Bahn AG " da um Welten voraus, richtig fortschrittlich eben.
Hier ein weiteres,
trauriges Beispiel:
Es geht um die
Elok 141 133, eine weitgehend im Originalzustand befindliche Lok, die als
Museumslok gedacht war und dann doch auf dem Schrottplatz landete, übrigens
unter Mitverantwortung der Museumsleute der "Bahn AG".
Auch dies ein,
find ich, würdeloses Beispiel, wie Mehdorn's DB AG mit ihrer eigenen
Geschichte umgeht.
Aber lesen
Sie selbst: Das
Schicksal der Elok 141 133
Hier noch ein
Portrait der 141 133
NEU: Hier der Lebenslauf der 141 072 und das traurige Ende ! (hat die Deutsche Bahn AG mal wieder "super" bewerkstelligt)
Hier geht's zur Baureihe 141: Homepage der Baureihe 141
Derzeit lackiert DB-Regio sämtliche
Betriebsfahrzeuge auf das aktuelle "Verkehrsrot" um. Dabei will man, so
der Wortlaut eines Artikels im "Lokmagazin" (Januar 2002) auch keine Rücksicht
auf die wenigen Fahrzeuge in "alten Originalfarben" nehmen. Will man hier
auf diese Weise die "Museumslok-Debatte" abwürgen ? Welches Gespür
für historische Werte hat das Management eigentlich dort ?
Als Beispiel sei hier
die Lok 141 248 erwähnt. Sie trug bis ins Jahresende 2001 eine
sogenannte "S-Bahn-Versuchslackierung" aus den 70er-Jahren. Wie der Eisenbahnkurier
schreibt, machten sich die Leute von DB-Regio in Dortmund Gedanken, "ihre
Lok" museal zu erhalten. Auf "Weisung von oben" färt sie jetzt in "verkehrsrot"
herum. Wieder eine "Museumslok-Debatte" weniger, und dabei auch die "eigenen
Leute ausgebremst", Schade.
Und noch ein
Beispiel der "Bahn AG" zur "Pflege" ihrer Firmengeschichte (die letztendlich
die Geschichte des deutschen Eisenbahnwesens ist) lesen Sie hier:
Die traurige
Geschichte der 103 109, die eigentlich ins Sächsische
Eisenbahnmuseum sollte.
Wieviel "lebendige und gegenwärtige
deutsche Eisenbahngeschichte" will die "Bahn AG" noch verschrotten oder
"umlackieren" lassen ? Wieviel präsente deutsche Eisenbahngeschichte
soll noch aus der Landschaft verschwinden ?
Ich finde,der DB ist da, den Erfahrungen nach, einiges zuzutrauen !
Es gibt mit Sicherheit genug Liebhaber, die sich für diese Lok zwecks musealen Erhalts interessieren !
Sollte einmal einer der jetzigen
DB-Manager irgendwann einmal von seinen Enkeln oder Urenkeln gefragt werden,
weshalb in den deutschen Eisenbahnmuseen so wenige Fahrzeuge aus der 2.Hälfte
des 20sten Jahrunderts stehen, so kann er ihnen antworen:
"Da waren leider unumgängliche
Arbeitsbeschaffungsmassnahmen für die deutsche Schrott-& Recylingwirtschaft
durchgeführt worden."
Aktuelles Beispiel, die 110 228, stationiert bei DB-Regio in Stuttgart
|
Die
110 228 ist eine Vertreterin der Baureihe
110, befindet sich noch weitgehend im Originalzustand,
wie dem nebenstehenden Bild leicht zu entnehmen ist. Sie besitzt z.B. noch die ovalen Lüftergitter und die Griffstange unter den Führerstandfenstern, darüberhinaus die blau-schwarze Lokkastenlackierung mit Silberstreifen. Eine Erhaltung als Museumslok ist aufgrund dieses Zustandes im Gespräch, eine aus bahngeschichtlichem Blickwinkel sinnvolle Idee. Am 17.2.03 erlitt die Lok einen Trafoschaden, welcher zur Abstellung führte. Anschliessend stellte sich die Frage der Reparatur, die noch nicht geklärt ist, zumindest nicht öffentlich. Auch eine Verschrottung dieses schönen Stücks Eisenbahngeschichte wurde schon befürchtet. Was passiert mit diesem schönen Stück Eisenbahngeschichte, Herr Mehdorn ??? Kommt auch hier die Abteilung "Rationalisierung Eisenbahngeschichte" zum Zug ? Die 141 133 und die 141 072 grüssen aus ihren Gräbern ... |
Ich frage mich,
ob es inn der Führungsebene der Deutschen Bahn AG denn Eisenbahner
gibt, die den Schienenverkehr nicht nur als x-beliebigen Beruf oder Karriere-Objekt
sehen, sondern das Ganze auch aus innerer Überzeugung am Schienenverkehr
betreiben und eigentlich sehen könnten, was hier zerstört und
der Nachwelt vorenthalten wird. Ich wünsche mir, dass ein Mitarbeiter
der Bahn AG, der auch von Herzen Eisenbahner ist und die notwendigen Kontakte
zur Verwaltungsebene hat, diese Zeilen liest und etwas zur Rettung dieses
bahngeschichtlich bedeutenden Materials unternimmt.
Darüber hinaus
ist massiver Druck der Öffentlichkeit über Presse und Medien auf
die Politiker und den Vorstand der Bahn AG notwendig, um schnellstens einen
Kurswechsel herbeizuführen. Gibt es denn keine Eisenbahnliebhaber unter
den derzeitigen Politikern, die hier etwas tun könnten ?
Sie können
hierzu dem Bundeskanzler direkt schreiben: gerhard.schroeder@spd.de
Wenn möglichst
viele Schreiben an den Kanzler gehen, besteht auch eine Chance, dass sich
etwas bewegt.
In der Politik,
vor allem in der Bundespolitik, macht's die Masse, je mehr desto besser.
Desweiteren gibt
es bei der Bahn AG eine Abteilung,
die für den Verkauf gebrauchter Schienenfahrzeuge zuständig
ist.
Fragt mal an,
wie es mit den Konditionen zum Erwerb von Fahrzeugen zu musealen Zwecken
bestellt ist.
Hier noch ein Hammer (Originalzitat
aus LokReport 12/01, Seite 35):
Betr.: Verband
Deutscher Museums- und Touristikbahnen (VDMT)
"Ein weiteres
Einsatzfeld für den Verband ist derzeit die vom Zentraleinkauf der DB
gestartete Kampagne, in der dieser wahllos Eigentümer ehemaliger DB-Fahrzeuge
zum Nachweis des korrekten Erwerbs auffordert. Neben
verschiedenen Museumsbahnen wurde auch das Werksmuseum eines namhaften Industriebetriebes
um einen solchen Nachweis gebeten. Sollte der Nachweis
des teils viele Jahre zurückliegenden Verkaufs nicht erbracht werden,
so werden wahlweise ein erneuter Verkauf oder juristische Schritte angeboten.
Gegen diese im
Geschäftsleben unübliche Praxis hat sich der VDMT unter anderem
mit einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden Mehdorn zur Wehr gesetzt."
Zitatende
Ich überlasse es Ihnen, liebe(r)
Leser(in), sich eine Meinung über diesen "Vorgang" zu bilden.
Ich habe mir vorgenommen, die Verschrottung
von musealen Bahnfahrzeugen auch weiterhin, möglichst lückenlos
und ausführlich zu dokumentieren, und diese Dokumentation dann als
"Denkmal der Vernichtung" für alle Zeiten im Internet fest zu installieren.
Die Mitglieder des derzeitigen DB-Managements
werden hierbei dann auch nicht unerwähnt bleiben. Es wird dann sachlich
korrekt dokumentiert werden, was geschah und wer dafür verantwortlich
war.
Soweit meine Planungen.
gez. Tortes, der Hobbyeisenbahner
Um Missverständnisse zu vermeiden, meine Kritik
ist einzig und allein an das DB-Management gerichtet, nicht an die Mitarbeiter
der Bahn, die tagtäglich in bewundernswerter Weise diesen riesigen
Schienenverkehrsbetrieb am Laufen und damit am Leben erhalten. Ihnen kann
man dafür nicht dankbar genug sein.
Wie mir Äusserungen von Eisenbahnern zeigen, sind
sich die DB-Mittarbeiter der Zustände in ihrer Firma durchaus bewusst,
jetzt muss was dagegen getan werden, wenn diese Zustände so nicht bestehen
bleiben sollen.
Bei Betriebseisenbahnern kursiert folgender Satz: "Früher
war es eine Ehre, von Beruf Eisenbahner zu sein, heute erzählt man
am besten niemandem davon".
Ich finde, hier ist alles wesentliche in einem Satz
gesagt, aus und ende !